Eine Disziplin, die es zu üben lohnt
Ich bin unter euch als der, der dient. (Lukas 22,27)
Jesus macht klar: Ganz gleich, wie geistlich, beruflich erfolgreich oder wohlhabend du bist – alles, was dich scheinbar über andere erhebt, hat beim Dienen keinen Platz. Das gehört beiseitegelegt, damit wir anderen dienen. „Wer unter euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ Jesus lenkt den Blick weg von Status und Autorität und zeigt: Größe in Gottes Augen erweist sich darin, Gott und dem Nächsten aus Liebe und Demut zu dienen.
Dienst, der aus Liebe zu Gott und den Menschen geschieht, sucht keinen äußeren Lohn. Er will nicht, dass andere davon erfahren. Er sehnt sich nicht nach Applaus oder Dank. Er ist zufrieden, im Verborgenen und in Demut getan zu werden, und unterscheidet nicht zwischen „kleinem“ und „großem“ Dienst.
Die Freude liegt im Dienen selbst. Dieser Dienst ist nicht den Mächtigen und Einflussreichen vorbehalten, sondern gilt allen, die Hilfe brauchen – oft den Schwachen und Schutzlosen. Er ist die Bereitschaft, zu helfen, wo und wann immer Hilfe nötig ist. Er ist gelebte Liebe und Anteilnahme für die, die Unterstützung brauchen.
„Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Liebe wird Wirklichkeit, wenn wir die Schmerzen und Leiden anderer mittragen, wenn wir mit denen weinen, die weinen. Uns darin zu üben, anderen in Liebe und Demut zu dienen – so wie Jesus es tat –, ohne etwas zu suchen als die Ehre des Vaters, ist eine Disziplin, die es zu üben lohnt. ¹
Wer ist unser Nächster? Der Mensch, der uns nahe ist, den wir aber vielleicht noch nie wirklich wahrgenommen haben – jemand, der darauf wartet, dass wir ihm ein Zeichen des Vertrauens, des Respekts oder der Freundschaft schenken. – Jean Cardonnel
¹ Anker: Dienst