Entbehrung oder Überfluss
Der Segen des Herrn macht reich, und er fügt ihm keinen Schmerz hinzu (Sprüche 10,22).
Gott erkennt unsere materiellen Bedürfnisse an, und Sein Wort enthält zahlreiche Verheißungen der Versorgung – sogar im Überfluss. Doch Jesus warnte auch davor, dass ein eitles Streben nach Reichtum zu einem Stolperstein für das christliche Leben werden kann. Zudem erschwert uns die menschliche Natur, unsere wahren Bedürfnisse richtig einzuschätzen.
Der Apostel Paulus widmet sich dieser bedeutsamen Frage in einem Brief an Timotheus, und seine Schlussfolgerung überrascht durch ihren Minimalismus: „Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, wollen wir uns daran genügen lassen. Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht, und es ist klar, dass wir auch nichts hinausnehmen können.“ Er äußert sich keineswegs negativ darüber, über diesem Mindeststandard zu leben; doch sein Kernargument lautet, dass wahre Zufriedenheit nicht an materiellen Wohlstand geknüpft ist.
Wir alle benötigen gewisse finanzielle Mittel, um für uns und unsere Familien zu sorgen; sind jedoch unsere Grundbedürfnisse und Bestrebungen erst einmal gestillt, gerät das Streben nach Reichtum oft in Konflikt mit dem Streben nach Glück.
Letztendlich scheint vieles von unserer inneren Haltung abzuhängen sowie davon, was Gott zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben bewirkt. Vor allem sollten wir uns – unabhängig davon, ob wir gegenwärtig Entbehrungen erdulden oder im Überfluss leben – ins Gedächtnis rufen, dass wahrer Erfolg und Lebenserfüllung daraus entstehen, dass wir unseren himmlischen Vater besser kennenlernen und Ihm näherkommen: „Ein Narr ist, wer irdische Schätze anhäuft, aber keine reiche Beziehung zu Gott pflegt.“ ¹
Gott hat verheißen, für all unsere Bedürfnisse zu sorgen. Was wir gegenwärtig nicht besitzen, benötigen wir gegenwärtig auch nicht. — Elisabeth Elliot
¹ Activated: Wie viel ist genug? ᴹᵃⁱˡ