In sanfter Demut
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und Sein Leben als Lösegeld für viele zu geben (Matthäus 20,28).
Die Demut ist ein Ort tiefer Ruhe und Zufriedenheit. Alles, was Christus je tat – Seine Worte, Sein Wandel –, war stets ein Beispiel der Demut; und als Er Seine Jünger erwählte, wählte Er demütige Männer. Selbst Seine Mutter sagte: „Der Herr hat die Niedrigkeit Seiner Magd angesehen.“ Nicht hohe Stellung oder Hochmut machten sie geeignet, die Mutter des Sohnes Gottes zu sein, sondern Niedrigkeit und Reinheit.
Im Evangelium betete Jesus so: „Ich danke Dir, o Vater, dass Du dies den Weisen und Klugen verborgen und den Unmündigen offenbart hast“ – das heißt: den Demütigen. Christus legt hier die Wahrheit dar, dass nur die Demütigen die tiefsten Wahrheiten Gottes empfangen können. Als die Jünger im 9. Kapitel des Lukasevangeliums darüber stritten, wer der Größte im Reich Gottes sein würde, antwortete Jesus: „Wer der Geringste unter euch ist, der wird groß sein.“
Demut gegenüber den Menschen ist der Beweis für die Demut vor Gott; denn der Geist unseres Lebens offenbart sich in unserem Verhalten gegenüber anderen – in sanfter Demut. Demut vor Gott ist nichts, wenn sie sich nicht in Demut vor den Menschen erweist – besonders in unserem persönlichen Leben.
Wenn du heute von all der Verwirrung, den Zweifeln und der Furcht in den Herzen der Menschen hörst, dann denk daran, dass Er dir Ruhe für deine Seele verheißen hat, wenn du Sein Joch auf dich nimmst und von Ihm lernst. ¹
Es ist mühselig, in das Tal der Demütigung hinabzusteigen, denn der Abstieg ist zerklüftet, rau und steil; doch es ist gewiss ein fruchtbares Tal, wenn man erst einmal unten angekommen ist. – John Bunyan
¹ Engl. Original: The Low Seat ᴰᵉᵘᵗˢᶜʰ ᵛᵒⁿ ᶠʳᵃⁿᶻ