Schließe Frieden mit Gott
Schaue her und erhöre mich, o HERR, mein Gott: Erleuchte meine Augen, damit ich nicht den Schlaf des Todes schlafe … Ich aber habe auf Deine Gnade vertraut; mein Herz soll frohlocken über Dein Heil. (Psalm 13,3.5)
Als der letzte Atemzug meines Sohnes Steve an einem frühen Morgen über seine Lippen glitt – in einem kleinen Krankenhauszimmer mit Blick aufs Meer –, stand die Welt für mich still. Ich spürte, wie Gott mir Mut zusprach. Und doch ließ mich der Verlust meines Sohnes völlig zerschlagen zurück.
„Lass los und mach weiter“, so lautete der gut gemeinte Rat, den ich von allen Seiten zu hören bekam. Aber weitermachen – wohin denn? Und wie? Tief in mir empfand ich Bitterkeit und Zorn auf Gott, weil Er mir meinen lebensfrohen, jungen Sohn entrissen hatte. Ich fühlte mich betrogen und leer.
Schließlich beschloss ich, Gott jeden Morgen früh auf meiner Veranda zu begegnen und Ihm mein Leid zu klagen. Tage wurden zu Wochen, während ich Ihm all meinen Kummer, meine Reue und meinen Zorn über das, was uns widerfahren war, ausschüttete. „Wenn die Liebe Dein innerstes Wesen ist, wie die Bibel sagt, wie konntest Du dann so hart mit mir und meinem Sohn umgehen?“, fragte ich wieder und wieder.
Welch geduldigen, langmütigen Zuhörer ich da fand. Ich weinte, flehte und rang mit Ihm, bis ich schließlich eines Morgens das Gefühl hatte, alles gesagt und all meinen Gefühlen freien Lauf gelassen zu haben. Genau in jenem Augenblick, als ich bereit war, meinen Frieden mit Gott zu schließen, erfüllte tiefe Ruhe meine Seele. Mit einer leisen, sanften Stimme begann Gott, zu meinem Herzen zu sprechen. Von da an nahmen meine einsamen Morgenbegegnungen mit Gott auf der Veranda eine andere Richtung. Ich lernte, auf Ihn zu hören und zuzulassen, dass Er mich tröstete und meinen Schmerz heilte. ¹
„Das vielleicht Wichtigste, was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Gott Sie liebt und versteht, was Sie gerade durchmachen.“ – Rev. Billy Graham
¹ Englischer Originaltext: Overcoming Grief Kontaktiere den Übersetzer