In Gottes Liebe geborgen

Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. (Jeremia 31,3)

Ich wünschte, du könntest drei Menschen kennenlernen, die mir im letzten Jahr besonders im Gedächtnis geblieben sind.

Da war zunächst ein junger Mann im Rollstuhl, der als Hilfskellner Tische abräumte – mit einer so herzlichen und fröhlichen Art, dass es mich nicht wunderte, als mir der Restaurantleiter beim Gehen verriet: „Den halten wir für unseren wertvollsten Mitarbeiter. Ich glaube, mehr Leute kommen wegen ihm wieder als wegen des Essens.“

Dann war da ein blinder Bettler, dessen Lächeln und aufrichtiger Segen mich jedes Mal dazu bringen, nach ihm Ausschau zu halten, wenn ich in der Gegend bin.

Und schließlich eine Kassiererin mittleren Alters, die – nach wer weiß wie vielen Stunden auf den Beinen – ein so echtes „Schönen Tag noch!“ über die Lippen brachte, dass es mir den ganzen Tag aufhellte.

Was ist es nur, das Menschen wie diese drei so besonders macht? Nicht, dass wir ihre Lebensumstände beneiden, sondern ihre innere Haltung. Wie Engel in Menschengestalt scheinen sie uns zuzurufen: „Komm, mach mit!“

Auf der Suche nach ihrem Geheimnis fragte ich mich: Wie schaffen sie es, nicht nur über Widrigkeiten hinauszuwachsen, sondern auch noch andere mitzureißen? Ich glaube, ich habe die Antwort gefunden: Sie sind so dankbar für das, was sie haben, dass sie keine Zeit damit vergeuden, sich zu wünschen, alles wäre anders. Solch eine innere Stärke wächst nur aus dem Wissen und Empfinden, in Gottes Liebe geborgen zu sein.‍ ‍¹

„Auch wenn wir unvollkommen sind, liebt Gott uns vollkommen. Auch wenn wir Fehler haben, liebt Er uns ohne Vorbehalt. … Er liebt jeden von uns – selbst die, die gebrochen, abgelehnt, unbeholfen, traurig oder zerbrochen sind.“ — Dieter F. Uchtdorf

¹ Activated:‍ ‍Der gemeinsame Nenner

Franz Kre

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