Nicht immer kompliziert
Er hat dir kundgetan, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR anderes von dir, als Recht zu üben, Liebe zu üben und demütig mit deinem Gott zu gehen? (Micha 6,8; MB20)
Johannes der Täufer gilt traditionell als ein überaus eifriger Lehrer. Offensichtlich verlangte er seinen Jüngern einiges ab, denn bei einer Gelegenheit fragten einige von ihnen Jesus: „Warum kasteien wir und die Pharisäer Leib und Geist durch strenges Fasten, aber deine Jünger tun dies nicht?“ Vielleicht schwang in dieser Frage die Aufforderung mit, Jesus möge Seine Anhänger endlich zur Räson bringen.
Jesus erwiderte: „Können die Freunde des Bräutigams trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.“ Das klingt fast so, als wolle Er sagen: „Nehmt das Leben ein wenig leichter. Die schweren Zeiten kommen noch früh genug – also genießt diese Augenblicke des Friedens, solange sie euch vergönnt sind.“
Bisweilen machen wir uns das Leben schwerer, als es sein müsste, indem wir uns mehr aufbürden, als Gott von uns erwartet. Wir verkomplizieren, was im Grunde völlig unkompliziert sein könnte. Letztlich ist das Wichtigste, was Er sich von uns wünscht, die Liebe.
Gewiss, es gibt Phasen, in denen unser Weg steinig ist oder richtungsweisende Entscheidungen anstehen. Sind wir jedoch nicht mitten in solch kritischen Zeiten, sollten wir vermeiden, uns zu verkrampfen und jede kleinste Nebensächlichkeit unseres Lebens ergründen zu wollen. Sonst laufen wir Gefahr, gerade jene Fülle an Freude und Frieden zu verpassen, die mit Gottes Gegenwart einhergeht.
Das Leben ist nicht immer kompliziert, und nicht jede Entscheidung ist von existenzieller Tragweite. Dessen sollten wir uns stets bewusst sein und, wann immer es angebracht ist, die Dinge einfach mal etwas entspannter angehen. ¹
Tue wenige Dinge, aber tue sie gut; einfache Freuden sind heilig. – Franz von Assisi
¹ Activated: Entspann dich ᴹᵃⁱˡ