Bitter genug – auch ohne unser Zutun

Denn er lässt seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und lässt regnen auf Gerechte und Ungerechte. (Matthäus 5,45 MB20)

Oft versuchen wir, alles Leid aus unserem Leben zu verbannen – ohne zu bedenken, dass wir damit oft nur neue Probleme schaffen. Wir vergessen leicht, dass schwierige Zeiten und Prüfungen zum Leben gehören und sogar Gutes bewirken können. Stattdessen deuten wir sie schnell als Zeichen, dass etwas mit uns nicht stimmt: als wäre unser Leben verflucht oder Gott hätte sich von uns abgewandt.

Doch Jesus widersprach diesem Gedanken klar. Er zeigte, dass Gutes und Böses in dieser Welt ohne Unterschied verteilt werden – ganz gleich, ob jemand fromm ist oder nicht.

„In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben“, sagte Jesus. Das heißt: Schwierigkeiten sind keine Ausnahme, sondern gehören dazu. Solche Zeiten helfen uns, unser Leben neu zu ordnen, alte Denkmuster abzulegen und zu erkennen, was wirklich zählt.

Leid ist schon bitter genug – wir müssen es nicht noch mit Schuld belasten. Wie viel mehr könnten wir wachsen, wenn wir unsere Prüfungen als Chancen begreifen würden – als Momente, die uns nicht nur reifen lassen, sondern auch befähigen, anderen beizustehen. ¹

So kalt und öde der Winter auch erscheint – die Sonne hat uns nicht verlassen. Gott zieht sich nur für eine Weile zurück, und das aus gutem Grund. Einer davon ist, dass wir lernen sollen, wie sehr wir auf Ihn angewiesen sind.

– George MacDonald (1824–1905)

¹ Activated: Waldbrand

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Wir müssen göttliches Selbstvertrauen entwickeln

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Jesus predigte nicht nur Demut – Er lebte sie vor